Christchurch: Felice Lagrange berichtet vom Linwood College - Christchurch (Südinsel / Neuseeland)
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Neuseeland - das Land der weißen Wolke

Christchurch

Mein 5-monatiger Aufenthalt in Neuseeland war mit die schönste Zeit in meinem Leben. Es passiert noch jetzt, - nach 8 Monaten die ich wieder zurück in Deutschland bin – dass ein bestimmtes Lied im Radio läuft welches mich an Neuseeland erinnert und dann möchte ich einfach nur zurück. All die wundervollen Erfahrungen noch einmal machen. Die Spannung wie wird meine Gastfamilie sein und die ganzen Zweifel ob man es wirklich schafft alleine am anderen Ende der Welt. Das ist einfach etwas besonderes und auch etwas einmaliges.

Meine Gastmutter (74) war das Beste was mir passieren konnte. Auch wenn ich mir am Anfang nicht ganz sicher war ob das die Gastfamilie war die ich mir vorgestellt hatte waren alle meine Bedenken wie weg geblasen als ich ankam. Schon am ersten Abend bekam ich eine Gute-Nacht-Umarmung und ein „sleep well love“ was mir von da an 5 Monate jeden Tag gesagt wurde und das von einer Frau die ich anfangs noch gar nicht wirklich kannte. Ein tolles Gefühl.

Wir beide ergänzten uns perfekt. Sie liebte es zu kochen und ich zu essen.

Sie fand es toll wenn ich Freunde mit nach Hause brachte und bekochte auch diese mit unglaublicher Freude. Durch sie habe ich viele neue Gerichte kennen gelernt und einen neuen Lieblingskuchen entdeckt.

Die vielen Gespräche über Gott und die Welt in denen ich mit ihrer etwas anderen aber trotzdem mir verständlichen Denkensweise vertraut gemacht wurde gingen oft bis spät in die Nacht.

Die vielen neuen Leute und Eindrücke waren anfangs etwas verwirrend. Und bis ich mich in der Schule zurechtfand hat auch ein paar Tage gedauert aber schon nach kurzer Zeit hatte ich das Gefühl ein zweites zu Hause am anderen Ende der Welt gefunden zu haben. Dies lag nicht nur an den aufgeschlossenen und hilfsbereiten „Kiwis“ sondern auch an der wunderschönen Landschaft in die ich mich sofort verliebte. Bis zum Strand brauchte ich 5 min zu fuß und ins nächste Skigebiet nur etwa eine Stunde mit dem Auto. Bis zur Stadt waren es 15 min mit dem Bus. Eine alles in allem ziemlich perfekte Lage um ein halbes Jahr zu verbringen.

Morgens früh oder grade wenn die Sonne unterging konnte man wunderschöne Strandspaziergänge machen. Das joggen im weichen Sand und das Schulfach outdoor education haben mich während meiner Zeit in Neuseeland fit gehalten. Dieses Fach war das wohl beste Fach was man als International belegen konnte. Outdoor education hat es mir ermöglicht all die wunderschönen Seiten Neuseelands kennen zu lernen. Denn es gibt nicht nur atemberaubende einsame Sandstrände sondern auch wunderschöne Flüsse und Wälder. Ich habe gelernt einen bauch hohen Fluss zu durchqueren, sich im Regenwald zurecht zu finden aber auch lebensbezogenen Sachen, wie dass es wichtig ist seine eigenen Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für diese zu übernehmen. Mein Lehrer war einmal Teil der special force in Neuseeland gewesen und hatte viele interessante Geschichten zu erzählen. Meine Lieblingsfächer waren neben outdoor education, photography, cooking und drama. Ich hatte natürlich auch weniger interessante Fächer wie Mathe Englisch und Französisch durch welche mir der Einstieg in der Schule recht leicht viel. Die bearbeiteten Themen entsprachen zwar nicht ganz dem deutschen Lehrplan, aber es half am Ball zu bleiben.

Zu den meisten der neuen Freunde die ich dort gefunden habe egal ob Kiwis, Deutsche oder Italiener habe ich auch jetzt noch Kontakt. Besonders zu den anderen Internationals –und das waren wirklich viel aus allen Ländern der Erde- hat man anfangs viele Kontakte geknüpft. Das hat mir sehr geholfen mich zurecht zu finden, da man mit Personen sprechen konnte die in der gleichen Lage waren wie man selbst. Die Sprache der Kiwis ist ein bisschen anders als das „normale Englisch“ man lernt aber auch die Wörter, die anders sind sehr schnell dazu oder man fragt einfach nach.

 

Für mich war Neuseeland eine unglaubliche Erfahrung und ich denke das ist es für jeden. Man lernt Sachen selbst in die Hand zu nehmen und wenn man dann nach diesem halben oder auch ganzen Jahr zurück kommt ist man ein sehr viel reiferer Mensch.