Nelson: Vanessa Wannicke berichtet vom Nayland College - Nelson (Südinsel / Neuseeland)
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Ich wusste schon immer, dass ich in der 11.Klasse etwas Besonderes machen will: Ein anderes Leben in einem anderen Land führen, um viele tolle neue Erfahrungen zu sammeln. Nachdem ich mich für Neuseeland wegen der unglaublich beeindruckenden Natur und der Offenheit der Menschen entschieden hatte, konnte ich es kaum erwarten ins Flugzeug zu steigen und meinen Traum endlich wahr zu machen.

Als ich in Nelson, meiner Heimatstadt für die nächsten 5 Monate, ankam, fühlte ich mich sofort wohl und hatte keine Bedenken, dass es irgendwelche Probleme während meiner Zeit am anderen Ende der Welt geben würde. Das lag zum einen am sonnigen Wetter, welches mich sofort in seinen Bann zog, da ich zuvor, in der Vorbereitungswoche in Wellington, lediglich Wolken, Regen und Kälte zu spüren bekam. Da die Neuseeländer noch nie etwas von Zentralheizung gehört haben und oft nur das Wohnzimmer geheizt ist, musste ich der ersten Woche mit mehreren Decken schlafen, um nicht zu erfrieren!

Zum anderen gab mir meine Gastfamilie in Nelson sofort das Gefühl bei ihnen sehr willkommen zu sein. Meine neuen Eltern waren erst 24 und 25 Jahre alt, meine einjährige süße Gastschwester was just incredibly cute und mein neues Zuhause lag 10 Minuten vom beach entfernt J.

Das Nayland College ist sehr erfahren mit Internationals, man wird sehr gut betreut und hat immer einen Ansprechpartner in der Schule. Auch die Fächerauswahl ist amazing, da für jeden die richtigen subjects dabei sind: von normalen Fächern wie Erdkunde, Sport und Chemie geht das Angebot bis zu Performing Arts, Drama, Marine Science, Business Studies, Hospitality, NZ Studies und und und… Ich würde auf jeden Fall empfehlen einige von den Fächern auszuprobieren, von denen wir in Deutschland wohl noch lange träumen werden.

Das Niveau in den Klassenstufen ist nicht so hoch wie in Deutschland, weshalb auch die meisten Internationals in Year 12 gesteckt werden, während sie in Deutschland noch in der 11. Klasse sind. Das liegt z.B. daran, dass kaum Wert auf mündliche Mitarbeit und Selbsterarbeitung der Themen gelegt wird. Der Lehrer schreibt den Rechenweg an die Tafel, die Kiwis schreiben es ab und dann gibt es Übungsaufgaben dazu.

Eines der besten Fächer am Nayland College ist definitiv Outdoor Education, welches von allen Internationals geliebt wird wegen der großartigen Camps, die man in jedem Term macht. Dabei fährt man in die wunderschönen Nationalparks rund um Nelson, geht wandern, mountainbiken und kayaken und hat einfach gaaaanz viel Spaß. Mein persönliches Highlight dieser Camps war die Übernachtung an einem atemberaubenden goldenen Sandstrand im Abel Tasman NP mit tausenden Sternen und vielen Sternschnuppen am Himmel über uns.

Ich habe während meines Aufenthalts viele fantastische neue Freunde gefunden, die ich sehr vermisse. Aber da viele von ihnen auch in Deutschland wohnen, ist immer die Möglichkeit da, sich gegenseitig zu besuchen. Und genau das ist auch der Nachteil, welchem man sich bewusst sein sollte bevor man sich für diese Schule entscheidet: Wir waren ungefähr 100 Schüler aus anderen Ländern der Welt (China, Japan, Vietnam, Thailand, Norwegen, Schweden, Italien, Frankreich, Brasilien, Österreich, Schweiz). Aber alleine 40 students kamen aus Deutschland! Das macht es etwas schwieriger, mit Kiwis in Kontakt zu kommen, da man sich eher wie an einer Internationalen Schule und nicht wie an einer neuseeländischen Highschool fühlt.

Und auch auf den Straßen trifft man fast an jeder Ecke auf Deutsche. Wenn man sie nicht schon an ihrem Aussehen erkennt (die meisten tragen verständlicherweise dicke Winterjacken im Juli/August während die Kiwis auch in diesen kalten Monaten der Meinung sind: T-Shirt reicht!), bemerkt man sie, wenn sie an einem vorbeilaufen und man einige deutsche Sätze aufschnappt.

Ich habe dennoch das Beste draus gemacht und Erlebnisse gehabt, die ich in Deutschland nie erleben hätte können:

Mit meinem Sportkurs war ich Anfang August Ski fahren, war zum ersten Mal in einer Skihütte, in der es kein Almdudler gab, habe die typischen neuseeländischen Sportarten wie Rugby (Touch Rugby), Netball und Lacrosse gespielt, war ich mit meinem Gastvater fischen, habe abends die Muscheln gegessen, die wir vorher aus dem Meer geholt hatten, bin auf einer einsamen Farm Traktor gefahren, habe gelernt mit einem Gewehr zu schießen, bin durch eine Art Dschungel zu einer atemberaubenden Höhle gelaufen, bin mit einem Motorbike einen wunderbaren menschenleeren Strand an der West Coast lang gefahren, war in natürlichen heißen Quellen schwimmen, war bei einem typischen Rugbyspiel, stand auf dem Berg, welcher genau im Zentrum von Neuseeland ist, war in glasklaren Flüssen und im Meer kayaken und schwimmen, habe viele Plätze gesehen, an denen Herr der Ringe gedreht wurde, habe in der Schule im Hospitality-Unterricht ganz viele leckere Sachen gekocht/gebacken, habe die weltschönsten Sonnenuntergänge beobachtet und habe unvergessliche Partys am Strand mit Kiwis und Internationals gefeiert.

In den Ferien Ende September/Anfang Oktober habe ich eine Rundreise über die Südinsel Neuseelands gemacht und war mit Delphinen schwimmen, habe meinen Geburtstag zum ersten Mal in Frühling gefeiert, habe von einer Brücke einen unvergesslichen Bungy Jump gemacht, war mit einem Jetboat auf einem reißenden Fluss unterwegs, bin mit einem Helikopter über wunderschöne Gletscherlandschaften geflogen und habe viele Städte besichtigt. Außerdem war ich Fallschirmspringen, was auch ein unvergessliches Erlebnis war, ich kann es nur jedem empfehlen, das auch zu tun. It’s just amazing…

Mir war nie langweilig, ich war dauernd unterwegs und habe jeden einzelnen Tag am anderen Ende der Welt genossen. Ich war immer durch neue Eindrücke abgelenkt, sodass keine Zeit blieb, an Heimweh zu denken. Ich hatte in Neuseeland die beste Zeit meines Lebens, habe keinen Cent bereut, den meine Eltern dafür ausgegeben und wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich sofort wieder zurück fliegen, in dieses unbeschwerte Leben, in dem der Satz: "Let’s meet at the beach in 10 minutes!" keine Besonderheit war.

 

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