Christin Rühle berichtet aus Cameron Park (California / USA)
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California here I come...

 

Ich habe schon sehr früh für mich selbst entschieden, dass ich gerne ein Jahr in die USA gehen möchte. Gott sei Dank unterstützen meine Eltern mich bei diesem Entschluss so viel sie nur konnten. Vor 2 Jahren also meldete ich mich bei team! an und ließ damit meinen großen Wunsch Wirklichkeit werden.

 

Nachdem alle Vorbereitungen erledigt waren (Papiere, Visum, etc.) wurde mir bereits im Januar letzten Jahres verkündet, dass ich mein Austauschjahr im Golden State Kalifornien verbringen werde. Meine Gasteltern, Ken und Shannon, stellten sich telefonisch vor. Sie waren zwar beide erst Ende 20 und noch kinderlos, jedoch sprühten sie geradezu vor Tatendrang. Sie wollten außer mir noch eine Austauschschülerin aus Dänemark, Sofie, aufnehmen. Ich fand das phantastisch! Schließlich würde ich so mit meinen Erfahrungen nicht alleine sein!

 

Am 11. August ging es dann endlich los! Ich war so aufgeregt. Doch entgegen aller Erwartungen fiel der Abschied nicht schwer. Mit dem Flieger ging es also von Frankfurt nach New York, wo ich Sofie zum 1. Mal traf und, wo unsere 5-tägige Rundreise der Ostküste begann. Dort lernte ich viele nette Menschen kennen, mit denen ich auch heute noch in Kontakt stehe. Die Eindrücke, die sich uns boten waren schier unfaßbar...so viel, so riesig und vor allem alles neu! Aber es war großartig und ohne Frage das 1. Highlight eines unvergeßlichen Jahres.

 

Der große Tag war da! Am 15.8. ging es dann per Anschlussflug zu den Gastfamilien weiter. Hier trennten sich also die Wege von mir und meinen neu gewonnenen Freunden. Doch keine Zeit zum traurig sein, denn wir wussten ja, dass wir in wenigen Stunden unseren Gastfamilien das 1. Mal gegenüber treten werden. Also Aufregung pur!

 

Ken, Shannon und mein Area Rep Cary empfingen Sofie und mich in Sacramento, der Hauptstadt Kaliforniens. Mein neues zu Hause, Cameron Park, lag nur eine halbe Stunde östlich davon. Als wir dort ankamen, wurde ich von den beiden Hunden, die ich sofort ins Herz schloss, freudig begrüßt. Danach stand erst mal eine Hausbesichtigung an. Ich bekam sogar mein eigenes Zimmer mit Bad! Das Grundstück war riesig und sehr schön.

 

Am nächsten Tag ging es dann in die Schule. Meine Fächer hatte ich mit meinem Counselor per Mail schon vorher abgesprochen, so dass es keine Reibereien gab. Ich belegte:

 

Period 1: frei (das heißt, länger schlafenJ)

Period 2: Cooking Class (lecker..)

Period 3: 3D Design (hier wird’s künstlerisch)

Period 4: Animal Farm (echt lustig)

Period 5: Wood Shop (arbeiten mit Holz)

Period 6: English (hat echt Spass gemacht!)

Period 7: History (nicht so lahm wie hier in D)

 

Ich war sehr zufrieden mit meinen Fächern und bin heute noch froh, dass ich so viel verschiedenes ausprobiert habe, was in Deutschland nicht angeboten wird! Selbst Englisch und Geschichte, was ich belegen musste, haben mir sehr viel Spass gemacht. In allen Klassen habe ich viele neue Freunde gefunden und die Hilfsbereitschaft und Zuneigung der Amerikaner jeden Tag aufs neue bewundern dürfen. Was mir auch als besonders bemerkenswert aufgefallen ist, war die persönliche Beziehung, die jeder Lehrer stets zu seinen Schülern pflegte. Man hatte immer das Gefühl, verstanden zu werden. Außerdem waren meine Lehrer immer für mich da, egal zu welcher Zeit. Da hörte das Lehrersein nicht mit dem Stundenklingeln auf!

 

Nachmittags war auch immer was los. Im 1. Quarter war ich im Cross Country Club. Das ist Ausdauerlauf. Sport ist generell eine gute Möglichkeit, Leute kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Wir hatten immer viel Spass beim Training, welches 4 Tage die Woche nach dem Unterricht war. Außerdem verbrachten wir auch viele Wochenenden gemeinsam auf Turnieren.

 

Im Winter habe ich nichts gemacht, aber im Frühjahr war ich dann im Chor. Das war auch eine tolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Chor dort war nicht einfach nur singen, es war auch Treffpunkt für viele interessante Leute, die ich später fest ins Herz schloss. Wir übten zusammen mit unserer Schulband an 3 Tagen die Woche. Oft gingen wir danach noch zusammen ins Kino oder Pizza essen. An den Wochenenden hatten wir viele Auftritte und jede Menge Spass.

 

Ken und Shannon hatten sich vorgenommen, uns viel von ihrem Bundesstaat zu zeigen. Das haben sie auch gemacht! Unter anderem hatten sie ein Haus in Lake Tahoe, einem berühmten Ferienort und Skiparadies. Dort verbrachten wir also besonders im Winter viele Tage mit Ski fahren, rodeln und Scheeballschlachten. Ausserdem waren es nur ca. 1,5 h bis nach San Francisco! Ich habe mich verliebt in diese wunderschöne, verrückte Stadt an der Küste. Wir machten zusammen Urlaub im Disneyland, sahen L.A., den Grand Canyon und Yosemite, einen faszinierenden Nationalpark.

 

Ich habe die USA und seine Einwohner kennen und lieben gelernt in diesem einen unvergesslichen Jahr. Ich bin an den vielen, manchmal nicht ganz einfachen Situationen, die ich alleine meistern musste, gewachsen und gereift. Es hat sich für mich sehr gelohnt, den Schritt ins Unbekannte zu wagen. Ich habe viele nette Leute kennen gelernt, die ich nun stolz zu meinen Freunden zählen darf. Es war oft „crazy“, aber genau diese Momente vermisse ich jetzt am meisten. Ich möchte auf jeden Fall wieder zurück, wer weiß wann und wie. Aber wo ein Wille ist, da ist ein Weg!

 

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