Ninja Zumstrull berichtet aus Marysville (California / USA)
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Mein Jahr in Marysville, California...

 

.... war ein voller Erfolg. Ich habe Erfahrungen gesammelt die ich niemals missen möchte. Natürlich gab es auch unschöne Zeiten aber auch die haben mich in meiner persönlichen Entwicklung weiter gebracht. So habe ich zm Beispiel gelernt für meine Entscheidungen und Handlungen grade zu stehen und mir selbst treu zu bleiben mit dem was für mich selbst wichtig ist und was ich als richtig anerkenne. Im weiteren habe ich gelernt eine Sprache, die vorher ein Buch mit sieben Siegeln für mich war, fliessend zu sprechen, was natürlich ungemein das Selbstbewusstsein aufbaut.

Natürlich war auch ich tierisch aufgeregt und auch traurig meine Familie und Freunde hier in Deutschland für "so eine lange Zeit" zu verlassen und mich in das größte Abenteuer zu stürzen. Aber fange ich von vorne an. Zwei Wochen vor meiner Abreise war es endlich soweit. Ich bekam einen Anruf von team! und erfuhr das sie eine Gastfamilie In Kalifornien für mich gefunden hatte. Ein Traum ging in Erfüllung. Nicht nur das meine Zukunft endlich Form annahm, nein, ich durfte auch noch den, meiner Meinung nach schönsten, Staat Amerikas mein zu Hause nennen.

Nun ging alles sehr schnell ich hatte kaum Zeit, um das was nun alles passierte zu realisieren als ich schon in Sacramento von meinem Gastvater abgeholt wurde. Auch meine Area Rep war vor Ort und begrüsste mich herzlich mit Luftballons und einen großem Schild, wo mein Name drauf stand. Es dauerte keine paar Sekunden als ich mit Fragen bombadiert wurde und wir eine, von meier Seite aus sehr holprige, aber dafür umso herzlichere Konversation begannen.

Alles schien perfekt zu sein. Meine Gasteltern waren super lieb und zuvorkommend und ich hatte sogar drei Gastbrüder (alle zwischen 20 und 30) mit denen ich mich auf Anhieb super verstand. Allerdings kristallisierte sich mit der Zeit immer mehr heraus, dass unsere Vorstellungen von meinem Aufenthalt meilenweit auseinander gingen. So wollte meine Gastmutter, dass ich die Nachmittage zu Hause mit ihr verbrachte, während ich mir wünschte schnell neue Freunde zu finden und das Amerikanische Teenager Leben kennenzulernen mit allem was dazu gehört.

So habe ich leider nach der Hälfte meines Aufenthalts meine Gastfamilie gewechselt, da einfach unsere Ansichten und Werte zu weit auseinander gingen. Natürlich war dies keine schöne Situation, weder für mich noch für meine Gastfamilie, doch dank der Unterstützung meines liebvollen Area Reps und meiner Schule hat sich alles zum Gutem gewendet.

So hatte sich kurzer Hand eine Lehrerin meiner High School bereit erklärt, mir die tollste und aufregendste Zeit meines Lebens zu schenken. An meinem ersten Tag in meiner neuen Gastfamilie (die aus meinen beiden Eltern, zwei kleinen Schwestern, Grandma, Uncle und unzähligen Pferden, Hunden und anderen Tieren bestand), wurde ich eingepackt und auf eine Rundreise durch Los Angeles, San Diego, Mexiko und sogar Las Vegas mitgenommen. Durch diesen spannenden und atemberaubenden Trip quer durch Amerika wurden mir ganz neue Seiten und Eindrücke des amerikanischen Lebens vermittelt. Im weiteren Verlauf meines "exchange years" haben wir noch weitere wundervolle Reisen unternommen. So bekam ich die Chance San Francisco(meiner Meinung nach die schönste Stadt Amerikas), Oregon, Uma(Arizona), den Yosemite Nationalpark und vielen andere Städte und Sehenswürdigkeiten zu erfahren. Sogar die Ostküste, mit den einzigartigen Städten wie New York, Philadelphia und Washington D.C., durfte ich Dank team! am Anfang meines Trips kennenlernen.

Aber nicht nur die Urlaube waren toll sondern auch die Zeit die ich in der Schule verbracht habe. Man bekommt die Möglichkeit einen intimen Einblick in eine fremde Kultur zu erhalten und ihre Sitten und Traditionen mitzuerleben. So war ich bespielsweise ziemlich geschockt als im Deutschunterricht als Examsprüfung "Pizza essen mit Messer und Gabel" anstand. Etwas für uns Deutsche Alltägliches wird für andere Landsleute zu einem Akt der Unmöglichkeit.

Beeindruckt war ich aber auch von dem freundschaftlichem Verhätnis zwischen Schülern und Lehrern. Wenn es mir schlecht ging konnte ich jederzeit zu meinen Lehrern gehen und sie halfen mir bei Problemen und gaben mir neues Selbstvertrauen und neuen Mut um auch weiterhin die Hürden des Lebens mit bravour zu meistern.

Aber auch die Vielfalt und die Exotik der Unterrichtsfächer beeindruckte mich. So konnte ich, abgesehen von meinen beiden Pflichtfächern Englisch und Amerikanische Geschichte, Fächer wie Pflanzenkunde, Photografie und menschliche Beziehungen belegen. Dies war eine komplett neue Erfahrung für mich.

Neben dem Unterricht, welcher in Amerika viel lockerer und praktischer angelegt ist, sind auch die "after school activities" phänomenal. So knüpfte ich meine ersten Kontakt beim Powder Puff (Mädchen Football), welches mir ungeheuer viel Spass bereitete. Im weiteren spielte ich Fussball, Basketball und Polo, wo sich weiterhin neue Freundschaften bildetetn und festigten. Durch den Sport bekommt man ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl, welches sich auch durch gemeinsame Aktivitäten nach dem Sport auszeichnet. So fuhren wir nach dem Training gemeinsam was Essen und trafen uns am Wochenende zu sogenannten "Sleepover Partys".

Ich könnte noch Stundenlang weiter schwärmen von meinem Aufenthalt aber jeder muss sich sein eigenes Bild machen und eigene Eindrücke sammeln, denn Emotionen sind schwer zu beschreiben.

 

Zusammengefasst würde ich allen die die Chance bekommen ein Auslandsaufenthalt mitzumachen, raten diese auch wahrzunehmen. Nicht nur die neuen Sprachkenntnisse die man erlangt sind praktisch. Man wird selbstständiger, selbstbewusster und man schliesst neue Freundschaften, manche sogar für die Ewigkeit.

 

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