Ricarda Huter berichtet aus Fresno (California / USA)
Besucht uns auf:

Wie gestern fühlt es sich an, dass ich mich bei team! beworben habe und eine Gastfamilie zugeteilt bekommen habe. Als ob ich gerade erst auf dem Vorbereitungstreffen gesagt bekomme, welche Regeln während meinem USA Aufenthalt gelten werden und wie ich vor meinem Jahr nach New York fliegen werde und mit den anderen Austauchschülern eine Rundreise machen werde. Irgendwie unvorstellbar, dass es für mich schon vorbei ist und ich nun wieder mein altes Leben in Deutschland lebe, aber ich weiß, dass ich dieses Jahr in Amerika niemals vergessen werde.


Mein Abenteuer begann mit einem Flug von Stuttgart nach Frankfurt, wo ich auf die anderen Austauschschüler von team! traf, die alle mit zur Rundreise kamen. Als alle da waren und wir eine recht große Gruppe beisammen hatten, flogen wir gemeinsam nach New York um unsere Rundreise zu starten. Für viele, auch für mich, war dies das erste Mal auf amerikanischem Boden zu stehen. Ich erinnere mich daran, was für ein unglaubliches Gefühl es war, aus dem Flughafen in New York zu kommen mit dem Gedanken:,, Jetzt bin ich wirklich hier in New York, der Stadt, wo ich schon mein ganzes Leben hin wollte!´´ Es war unbeschreiblich.


Wir erlebten und sahen viel in diesen vier Tagen der Rundreise und anfangs war es schwierig alle Eindrücke überhaupt aufzunehmen. Wir waren auf dem Empire State Building, an der Freiheitsstatue, im Central Park und vielen anderen aufregenden Orten. In Washington durften wir das Kapitol, also das Regierungsgebäude besichtigen und konnten von weitem auch das Weiße Haus sehen.


Als die Rundreise vorbei war, hieß es für mich: ab in den Westen. Meine Gastfamilie lebte in Kalifornien in der Großstadt Fresno. Ich kam am Abend an und wurde von meiner Gastfamilie in Empfang genommen. Meine Gastmutter Lorna(51) war geschieden, ihre Mutter Eleanore lebte mit ihr (90) und meine Gastschwester Jillian(19) anfangs auch, doch sie ging zwei Wochen nach meiner Ankunft aufs College nach Santa Barbara. Dann wohnte noch eine andere Austauschschülerin Mariam(18) aus Georgien, mit uns, ich teilte mir ein Zimmer mit ihr. Anfangs dachte ich, das könnte schwierig werden, da ich zuhause auch mein eigenes Zimmer habe, aber es stellte sich heraus, dass es eher Spaß machte und es jetzt eher ein komisches Gefühl ist, allein in einem Zimmer zu schlafen. Außerdem hatte ich noch einen Gastbruder(21), er war bei der Navy(sowas wie die Marine), dadurch lernte ich ihn erst an Weihnachten kennen als er uns besuchen kam. Sie waren alle total nett und freundlich, ich habe mich gleich zu Hause gefühlt. Außerdem lebten noch vier Hunde mit uns, was mich sehr freute, da ich Hunde sehr gern mag. Ich ging oft mit ihnen spazieren und spielte mit ihnen. Meine Gastmutter hatte ein schönes Haus, nicht zu groß, aber glücklicherweise mit Klimaanlage, da es in Fresno im Sommer fast jeden Tag über 40 Grad warm war, und es auch im Winter nicht wirklich kalt war. Obwohl meine Gastschwester aus Georgien und ich sehr Unterschiedliche Interessen und Ansichten hatten, verstanden wir uns sehr gut bei näherem Kennenlernen und wurden fast wie richtige Schwestern. Mit meiner Gastfamilie habe ich viele tolle Ausflüge unternommen und viel von Kalifornien gesehen, nämlich Los Angeles, San Francisco, Santa Monica und viele andere aufregende Städte.


Meine Schule in den USA war sehr unterschiedlich von der in Deutschland. Sie war sehr groß, ungefähr 3000 Schüler. Ich war dort ein Junior, also in der elften Klasse. Morgens fuhr meine Gastmutter mich und Mariam mit dem Auto hin und nach Haue gingen wir zu Fuß. Der Unterricht fing um 8.05 an und endete um 14.40 und eine Schulstunde war 60 Minuten lang. Mein Unterrichtsfächer waren : Kunst, Biologie, Englisch, U.S Geschichte, Geometrie und Sport. Mein Stundenplan ist eigentlich das ganze Jahr über gleich geblieben, außer dass ich von Zoologie(ähnlich wie Bio, nur dass der Stoff eher Tiere und Pflanzen behandelt) zu Biologie gewechselt habe, da wir in Zoologie von Anfang an sehr viele Fachbegriffe lernen mussten und der Unterricht allgemein schwierig war. Die Sportklasse, die ich gewählt hatte, war ziemlich anstrengend, da meine Schule sehr erfolgsorientiert und ehrgeizig war was alle Arten von Sport anging, also mussten wir fast jede Sportstunde mindestens 20 Minuten laufen oder andere echt anstrengende Dinge machen. Kunst war mein Lieblingsfach und es hat mir sehr geholfen, da ich sehr gerne male und zeichne. Mein Kunstlehrer hat immer alles erklärt was wir machen mussten und wir haben viele tolle Projekte gemacht.


Der Unterricht war immer sehr einfach, ich hatte eigentlich immer A´s und B´s, also 1en und2en. An meiner amerikanischen Schule hat der schoolspirit, oder sozusagen Mannschaftsgeist, mich echt beeindruckt und mir gefallen, man hatte immer das Gefühl, dass man dazugehörte und bei footballspielen habe ich unsere Mannschaft mit meinen Freunden angefeuert. Die Schüler an meiner Schule waren alle sehr freundlich und waren darum bemüht, dass ich mich wohlfühle. Mit meinen Freunden habe ich immer Lunch gegessen und mit ihnen und vielen anderen Ausstauschschülern habe ich mich in meiner Freizeit getroffen. Das war eine der besten Erfahrungen an meinem Austausch, all die anderen Austauschschüler zu treffen und mit ihnen Spaß zu haben. Wann trifft man sonst Leute von der ganzen Welt? Sie alle haben geholfen, mein Jahr unvergesslich zu machen. An zuhause zu denken- dafür blieb mir gar keine Zeit. Immer war Irgendetwas los das mich beschäftigt hielt, zum Beispiel zum Baden an den See gehen oder mit meinen Freunden in die mall oder ins Kino und viele andere spaßige Sachen machen und viele neue Dinge erleben. Ich kam ziemlich schnell in den Alltagstrott hinein, schon nach 3 Monaten begann ich, auf Englisch zu denken und das Sprechen fiel mir kein bisschen mehr schwer.


So plötzlich wie es angefangen hatte, so schnell war es dann auch wieder vorbei. Die 10 Monate waren verflogen und dann stand ich mit meiner Gastfamilie und meinen Freunden am Flughafen und musste mich von meinem neuen aber für mich so vertrauten und normalen Leben verabschieden. Meine Freunde und Familie in Deutschland nach dem langen und anstrengenden Flug wiederzusehen war jedoch ein Trost und ich war glücklich, wieder deutschen Boden unter den Füßen zu haben.


Wenn ich nun auf mein Jahr in den Staaten zurück schaue, kann ich eines ganz sicher sagen: Es war das beste Jahr meines Lebens, ohne jeden Zweifel. Aber es war auch das schlimmste, ohne Zweifel. Ich denke, dass das schwierig zu verstehen ist, wenn man es nicht selber erlebt hat. Deswegen empfehle ich jedem, der die Chance hat, ein Auslandsjahr zu machen, sie zu nutzen. Ich habe mich im positiven Sinne verändert, habe Dinge getan und Sachen gesehen, die ich noch nie zuvor gemacht oder gesehen habe, ich habe mich weiter entwickelt und weiß nun besser als je zuvor, wer ich bin. Ich habe neue Interessen entdeckt, zum Beispiel möchte ich mich mehr engagieren, ich interessiere mich mehr für Politik und für das, was um mich herum passiert und ich möchte es zum Guten verändern. Es ist unmöglich, all diese Gefühle hier zusammen zu fassen, aber ich weiß 100prozentig, dass es die bisher beste Entscheidung meines Lebens war. Es gab Höhen und Tiefen und manchmal habe ich mich gefragt: Was mache ich hier?


Euer Auslandsjahr wird unglaublich werden-emotional, nervenaufreibend aber vor allem eins: atemberaubend und spaßig und vor allem jede Schwierigkeit wert!

 

Fotos zu diesem Bericht

Seite: 1