Sarah Van Riesenbeck berichtet aus Harleysville (Pennsylvania / USA)
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Ein Traum wird wahr: Amerika

 

Als ich in der 8. Klasse war, stand für mich die Entscheidung nach Amerika für ein High School Year zu gehen schon fest. Meine Mutter war von meiner Idee nicht so ganz begeistert und auch mein Vater dachte sich, es wäre nur so eine Idee (die ich öfter schon mal habe, zu verschiedensten Sachen) die sich nach ein paar Wochen wieder verfliegt.
Als ich dann in die 10. Klasse der Realschule kam war dieser Wunsch meine Familie in Deutschland für ein Jahr zu verlassen und einen spannenden und aufregenden neuen Lebensabschnitt in Amerika zu verbringen immer noch vorhanden. Da entschieden sich auch meine Eltern, mich bei diesem Wunsch voll und ganz zu unterstützen. Ich habe ich mich bei vier Organisationen erkundigt/beworben und habe mich nach meinen Bauchgefühl und mit Absprache meiner Eltern für Team! entschieden.

Dann ging alles ganz schnell. Der Vertrag wurde unterschrieben, die Vorfreude wuchs und ich bekam mehrere Informationsbriefe. Doch von einer Familie hab ich nichts gehört. Als es dann August war, dachte ich mir, ich könnte mir diesen Traum abschminken und war ziemlich enttäuscht. Doch meine Eltern meldeten mich kurzfristig für das Private High School Programm an und für diese Entscheidung bin ich meinen Eltern unendlich dankbar.

Am ersten September, einem Samstagmorgen, bekam ich endlich den Anruf, dass sich eine Familie für mich entschieden hatte. Ich kam zu einer Familie in Pennsylvania, Harleysville (eine kleine Stadt in der Nähe von Philadelphia).

Dann fing der Stress an. Ich wollte den letzten Flugtermin am 13.September unbedingt schaffen, um die Rundreise noch mitmachen zu können. Also ganz schnell Visum beantragen, shoppen gehen, Gastgeschenke besorgen und meine Abschiedsfeier organisieren. Außerdem musste ich in Deutschland noch die Schule besuchen, zu der ich nach meinem Realschulabschluss gewechselt habe. Ich habe es dann doch noch geschafft vor dem Abflugtermin alles zu besorgen und erledigen. Ohne die tolle Unterstützung von meinen Eltern, die viele Aufgaben übernommen haben und Team! hätte ich es nicht geschafft.

Doch dann ging es dann zum Flughafen Düsseldorf, wo ich tränenreich von meinen Eltern und meiner Schwester verabschiedet wurden bin. Ich war aufgeregt, aber das hat sich schon gelegt als ich auf meine Gruppe in Frankfurt getroffen bin und die super schönen fünf Tagen in New York, Philadelphia und Washington D.C. verbringen durfte.

Nach diesen wunderschönen Tagen ging es schon wieder zum Flughafen und zu  meiner Gastfamilie. Sie holten mich in Philadelphia ab und ich war so nervös, aber alle waren richtig nett und freundlich. Zu meiner Gastfamilie: Ich wohnte bei einer allein erziehenden Mutter Koleen, die wirklich alles für uns getan hat, mit ihren beiden Kindern Maria (14) und Jake (12). Außerdem teilte ich mein Zimmer mit Katka, einer anderen Austauschschülerin aus der Slowakei. Sie war ein paar Tage vor mir angereist.

Direkt am nächsten Tag ging es für uns beide schon in die neue Schule. Koleen hat uns am ersten Tag gefahren, aber ansonsten sind wir immer in den typischen gelben Schulbussen zur Schule gefahren. In der Schule arbeitete auch mein Area Rep, die ich dort kennenlernte. Sie hat mit mir meinen Stundenplan erarbeitet. In meiner Schule waren recht viele Austauschschüler. Die meisten aus Süd Korea und Thailand. Ein paar Schüler aus China waren auch dabei. Die meisten Schüler aus Asien machten dort ihren Abschluss und blieben mehrere Jahre in Amerika. Es kamen auch ein paar Schüler aus Europa. Wir hatten insgesamt fünf Deutsche, mit denen ich aber kaum Kontakt hatte.

Schnell fand ich super nette Freunde. Ich hatte vier enge Freunde, die Amerikaner  waren und zwei aus Thailand. Aber ich hatte auch viele andere Bekanntschaften, mit denen ich mich gut verstanden habe.

Die Zeit ging schnell vorbei. Wir spielten viel in meiner Familie und Maria, Jake und Katka sind zu meinen neuen Geschwistern geworden. Katka verließ unsere Familie einen Tag vor Weihnachten, wegen familiären Problemen und ging zurück zur Slowakei. Wir waren alle sehr traurig und der Abschied ist uns sehr schwer gefallen.

Wir bekamen ein anderes Mädchen, Jinah aus Süd Korea, mit der ich mich nicht so gut verstand wie mit Katka. Sie war nicht wirklich ein „part in our family“. Jinah war viel im Zimmer und hat wenig mit uns unternommen.

Im Winter hatte ich einige Highlights. Ich war Skifahren mit meinem Gastbruder und seinem Cousin. Außerdem probierte Maria das Skifahren aus. Viele schöne Ausritte hatte ich auf Penny und Nicky, die Pferde eines Bekannten mit meinen Geschwistern. Koleen hat die ganze Familie zu meinem Geburtstag eingeladen. Wir waren außerdem Essen an meinem Geburtstag und Geburtstage werden in Amerika in Restaurants immer besonders gefeiert. Ich musste auf einem Sattel sitzen und die Kellner haben durch das Restaurant gerufen und gesungen um mir zu gratulieren.

Die Zeit verging und Englisch zu sprechen war schon seit Monaten kein Problem mehr für mich. Wir haben viel mit der Familie unternommen (Tante, Onkel, Oma &Opa etc.). Wochenendausflüge ans Meer und in die „Cabin“ (Berghütte) wurden unternommen und wir hatten viel Spaß zusammen. Auch mit meinen Freunden habe ich viel erlebt. Wir haben gerne Lasertag und Clue gespielt und mehrere Geburtstagspartys waren auch dabei. Bei Sleepovers hatten wir immer sehr viel Spaß. Außerdem war die Klassenfahrt nach New York ein Highlight während meines Aufenthaltes.

Am Ende meines Aufenthaltes kamen meine Eltern und meine Schwester zu Besuch. Ich zeigte ihnen alles. Meine Schule, die Kirche wo wir jeden Sonntag hingingen und wo ich ritt. Ich habe ihnen meine ganze amerikanische Familie vorgestellt. Meinen beiden Familien hat das sehr gefallen und wir hatten schöne Tage zusammen.
Doch dann hieß es Abschied nehmen von allen, die ich so lieb gewonnen habe. Es war sehr, sehr tränenreich und ich musste versprechen nächstes Jahr im Sommer wieder zu kommen. Ich freue mich jetzt schon darauf, obwohl ich gerade mal ein paar Wochen wieder in Deutschland bin.

Skypen und Mails nach Amerika zu schicken steht an der Tagesordnung. Ich vermisse meine amerikanische Familie sehr.
Ich würde es jedem nur raten auch für einige Zeit ins Ausland zu gehen um genau so schöne Erfahrungen zu machen, wie ich sie hatte. In der Schule habe ich immer mal wieder mitbekommen, dass es Austauschschülern nicht so gut ging in deren Gastfamilie und sie Heimweh hatten, aber oft hat es sich durch ein Gespräch mit der Familie oder einen Gastfamilienwechsel wieder geregelt. Also habt keine Angst es zu machen, es wird das beste Jahr eures Lebens.

Sarah van Riesenbeck

 

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